Database

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#1984
Moving Picture World
New York, United States
1912-04-13
Nielsen, Asta

#1985
Ciné-Journal
Paris, France
1911-11-18
Nielsen, Asta

In dem großen Augenblick
#1986
The Pictures And The Picturegoer
London, Great Britain
1914-04-15
Crocrombe, Leonard

#1987
Kurjer Lwowski
Lviv, Austria-Hungary
1913-05-06
Zagórski, Adam

#1988
Kurjer Lwowski
Lviv, Austria-Hungary
1913-05-07
Zagórski, Adam

#1989
Fremdenblatt
Vienna, Austria-Hungary
1914-03-22
Nielsen, Asta

Afgrunden
#1990
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-03-03

Asta Nielsen Series 1911/12
#1991
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-03-10

Asta Nielsen Series 1911/12
#1992
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-03-17

Zu Tode gehetzt
#1993
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-03-17

Asta Nielsen Series 1911/12
#1994
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-03-31

Zu Tode gehetzt
#1995
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-03-31

Asta Nielsen Series 1911/12
#1996
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-06-02
Gad, Urban (Peter Urban Bruun Gad)

#1997
Morgunblaðið
Reykjavík, Iceland
1914-04-03
Gad, Urban (Peter Urban Bruun Gad)

#1998
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-08-25
Gad, Urban (Peter Urban Bruun Gad)

#1999
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-06-02
Gad, Urban (Peter Urban Bruun Gad)

#2000
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1913-03-02
Gad, Urban (Peter Urban Bruun Gad)

#2001
Vísir
Reykjavík, Iceland
1916-06-28
Wieth, Carlo

#2002
Vísir
Reykjavík, Iceland
1916-06-28
Hafnar-Íslendingur

#2003
Kinematographische Rundschau
Vienna, Austria-Hungary
1912-08-25
Gad, Urban (Peter Urban Bruun Gad)

Asta Nielsen Series 1911/12
#2004
The Kinematograph and Lantern weekly
London, Great Britain
1912-05-16

Asta Nielsen Series 1911/12
#1901
Prager Tagblatt
Prague, Austria-Hungary
1914-06-06

Das Feuer
#1902
Prager Tagblatt
Prague, Austria-Hungary
1914-06-07

Das Feuer
#1903
Prager Tagblatt
Prague, Austria-Hungary
1914-06-06

Das Feuer
#630
Kurjer Lwowski
Lviv, Austria-Hungary
1913-05-06
Nielsen, Asta
Info:

Adam Zagórski: Z powodu występów Asty Nielsen, In:  Kurjer Lwowski, No 206, 6 May 1913, Morning Edition, p. 3, and No 208, 7 May 1913, Morning Edition, p. 3.

Übersetzung aus dem Polnischen: Aneta Krzyskow (Universität Trier); Redaktion: Martin Loiperdinger (Universität Trier)

 

Kurjer Lwowski, Nr. 206, Dienstag, 6. Mai 1913, Morgenausgabe

Anlässlich der Auftritte von Asta Nielsen.

Man kann schon kaum über Asta Nielsen schreiben, ohne vorher einige Worte zur Verteidigung der Kinematographie als Kunst zu verlieren – so sehr wird sie wegen einiger Mängel von vielen Seiten unserer Intelligenz bekämpft: zwar zu Unrecht, im Hinblick auf ihre vielen zusätzlichen Werte – aber jedenfalls ohne Wirkung, da die Kritik am Kern der Sache vorbeigeht.

Edisons epochale Erfindung fand natürlich vor allem in der neuen Welt Anklang, welche die Dinge weitgehend ohne Vorurteile und allzu große Vorsicht bewertet, der es aber bislang noch in höherem Maße an einem Sinn für die Schönheit großer Kunst gebricht. Und wenn auch die Kinematographen aus Amerika sehr schnell auf dem ‚alten Kontinent‘ Fuß gefasst haben, so haben sie doch keineswegs die Eigenart verloren, ihre Anliegen rein wirtschaftlich zu verfolgen – obgleich diese Industrie auf dem Gebiet der Kunst agieren musste, hat sie anfangs nicht verstanden, dass sie erst als Kunstindustrie ihre wahre Bestimmung findet. Allerdings zwingt die notwendige Entwicklung der Konkurrenz zwischen den Kinotheatern selbst die ‚Fabrikanten‘ der Kinematographen-Films dazu, das Element der Kunst und sogar großer Kunst auf dem Gebiet dieses ‚Unternehmens‘ immer stärker zu berücksichtigen. Momentan sehen wir - während allein Europa einige Dutzend oder vielleicht auch mehr als hundert Filmfabriken zählt – , dass die Unternehmer anfangen, an die Künstler zu appellieren; dass sie anfangen, als Sujets der Aufnahmen große Werke der Literatur zu nehmen; dass sie anfangen, endlich Verträge mit Agenten von ernsthaften Schriftstellern abzuschließen; ja dass sie sogar anfangen, weltbekannte Regisseure einzustellen, und dass sie anfangen, Maler und Bildhauer zu Hilfe zu rufen. Und so kommt es, ganz abgesehen von all den hervorragenden, wenn auch weniger berühmten Künstlern, dass heute in den Dramen, die für das Kino geschrieben oder umgeschrieben werden, [Albert] Bassermann spielt, der größte dramatische Künstler Deutschlands – oder dass der bekannte italienische Künstler Novelii [recte: Enrico Novelli] Regie führt – oder dass wir Aufnahmen von dem Spiel Sara Bernhardts sehen.

Wir erfahren weiterhin, dass eines der Unternehmen den berühmten [Max] Reinhardt bittet, Regie zu führen, und keine Absage erhält; dass andere Unternehmen ausgesprochen begabte Dramatiker auf Dauer einstellen; dass schließlich die italienische Firma Cines für künstlerische Aufnahmen eine Reihe Maler einstellt, und dass gerade auf diesem Wege Ergebnisse erzielt werden können wie zum Beispiel Quo Vadis , dessen Aufführung sogar von den bisherigen Kritikern des Kinos sehr gelobt wurde.

Zudem kann man als weiteres Phänomen beobachten, dass die Produktion des Heimatlands des Films, Amerika, in den Hintergrund tritt, weil sie nicht mehr mit der kinematographischen Industrie in Europa konkurrieren kann – nicht weil sie etwa über geringere Mittel und Gelder verfügen würde, sondern gerade in Ermangelung der künstlerischen Möglichkeiten, mit denen sich Europa über das Land des Dollars erheben kann. Das sind die Fakten – und aus diesen Fakten lässt sich schlussfolgern, dass die kinematographische ‚Kreativität‘ in der vielfachen Bedeutung dieses Wortes sogar noch erhöht werden kann. Das ist eine Notwendigkeit, die sich aus der Konkurrenz der Fabriken untereinander ergibt und auch aus der ständig verbesserten Technik, die sicherlich noch weitere Fortschritte machen wird.

Vor allem darf man nicht aus den Augen verlieren, dass die Kinotheater in (sicherlich keiner allzu weiten) Zukunft zahlreiche Theater verschiedener Art ersetzen werden, mit denen sie schon heute ernsthaft konkurrieren; dass sie der Theaterkunst viele zusätzliche Elemente geben werden und dass sie dem Wort, das heutzutage im Theater viel von seiner ‚Anmut‘, von seiner Schönheit , seiner Kraft und seinem Stil verloren hat, eine höhere Bedeutung verleihen werden. Sie werden auch einige Veränderungen in der Theatertechnik und in der Technik des literarischen Aufbaus der Theaterkünste herbeiführen. Aufgrund von Platzmangel und wegen des schnellen Wandels in diesem Bereich ist es hier nicht möglich, über diese allgemeinen Bemerkungen zur Kinematographie hinauszugehen.

Ich gebe durchaus zu, dass der Kinematograph und die mit ihm verbundene Kunst momentan noch viele Mängel aufweist. Diese Mängel sind auffallend und schränken den Wert der Produktionen von Asta Nielsen ganz erheblich ein. Ihr Auftritt im Colosseum war begleitet von massiver Werbung: Oberflächlich, geräuschvoll und geschmacklos, wie sie war, stieß sie auf sehr geteilte Meinungen. Die Schuld daran trägt zum Teil auch die Künstlerin selbst.

(Schluss folgt).

Adam Zagórski